Gesprächsrunde der LBZHs und des Gehörlosenverbands Niedersachsen in Braunschweig

26. März 2012 21:29

Im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte (LBZH) Braunschweig trafen sich zu einer dritten Gesprächsrunde die Direktoren der niedersächsischen LBZHs und Vertreter des Gehörlosenverbands Niedersachsen.
Bengt Förster, Vorsitzender vom Gehörlosenverband, nahm zu Beginn des Gespräches die Gelegenheit wahr, Doris Moeller zur Ernennung als Direktorin des LBZH Oldenburg im Dezember 2011 zu gratulieren.
Themen waren Entwurf des Aktionsplans des Landes Niedersachsen, Umsetzung Inklusion in den LBZH, Deutsche Gebärdensprache als Unterrichtsfach und Hörgeschädigtenkunde im Unterricht für taube und schwerhörige SchülerInnen, sowie Sicherstellung der Fachkompetenz mit dem Förderschwerpunkt Hören.
Entwurf Aktionsplan vom Land Niedersachsen / Inklusion:
Neben einem Umbau zu einem inklusiven Schulsystem werden die Landesbildungszentren in Niedersachsen weiterhin ihren Förderangebot unterbreiten. Allerdings werden sich die Schülerzahlen insgesamt insofern verschieben, dass der personelle Bedarf im Bereich Mobiler Dienst steigen wird.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die LBZH personell chronisch unterversorgt sind und im Rahmen des Mobilen Dienstes, also für die Betreuung der hörgeschädigten Kinder in den Regelschulen keine pädagogischen Angebote bereit gestellt werden können. Aus dieser Problemlage wird klar, dass im Rahmen eines Ausbaus der inklusiven Förderung ein erheblicher Personalbedarf besteht und hier keine Einsparungen erfolgen dürfen.
Auch die Fachkompetenz von Hörgeschädigtenpädagogen muss in den LBZH in Zukunft sichergestellt und angeboten werden. Problematisch zeigt sich hier die Schließung des Studiengangs Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik in der Universität Hamburg und dem Fehlen einer fachspezifischen Lehrerausbildung in Niedersachsen. Sollte diese Situation nicht verändert werden, dann werde es auch im Rahmen einer inklusiven Beschulung zu einer erheblichen Lücke in der fachlichen Begleitung im Bereich Hörgeschädigtenpädagogik kommen.
Der Gehörlosenverband Niedersachsen betonte erneut seine Initiative Deutsche Gebärdensprache als Unterrichtsfach und bot auch an, in den jeweiligen LBZH weitere Infos zu geben.
Hörgeschädigtenkunde werde grundsätzlich als wichtiger Lerninhalt für die Beschulung tauber und schwerhöriger Kinder gesehen und solle vor allem fachübergreifend umgesetzt werden.
Zusammenarbeit vom Gehörlosenvereinen und den LBZH: auf regionaler Ebene (Braunschweig) wurde über eine Initiative - Schüler erklären tauben und schwerhörigen Senioren den Umgang mit PC - berichtet. Desweiteren findet im Juli 2012 ein Sportfest für SchülerInnen der LBZH aus ganz Niedersachsen in Oldenburg statt. Organisiert wird diese Sportveranstaltung vom Gehörlosensportverband Niedersachsen.

Zurück